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Mario Lemieux PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Henning   
Sonntag, 30. September 2007

#66 Mario Lemieux - "Le Magnifique"

Es gibt nicht wenige die Mario Lemieux als den talentiertesten Spieler der NHL ansehen, die jemals aktiv waren. Ein prominenter Vertreter dieser Meinung ist Trainerlegende Scotty Bowman, der im Jahre 2002 mit den Detroit Red Wings seinen neunten Stanley Cup als Trainer in Empfang nahm.

Seine Dynamik, Teamführung und sein schier unerschöpfliches Arsenal an Offensivkraft brachte die Pittsburgh Penguins vom letzten Platz der Liga 1984 zum doppelten Stanleycupgewinn 1991 und 1992. In 745 Saisonspielen erzielte er 613 Treffer und erreichte mit seinen 1494 Punkte eine grosse Anzahl an persönlichen Auszeichnungen und Ehrungen. Zusätzlich kam er auf 155 Punkte in 89 Playoff Spielen.

Ein weitere Karrierehöhepunkt war 1987 als er zusammen mit Wayne Gretzky das Nationalteam von Kanada zum Sieg über die Sovietunion im Kanadacup führte, wo er im entscheidenden dritten Spiel im letzen Abschnitt den Siegtreffer erziehlte.

Lemieux wurde am 5. Oktober 1965 in Montreal (Quebec, Kanada) geboren und machte seine ersten Gehversuche auf dem Eis auf einem kleinem Teich hinter der Kirche in der Nachbarschaft. In seiner Jugend übertraf er sich in jeder Stufe seiner Entwicklung welche eine 8 jährige Zugehörigkeit zu den Ville Emard Hurricanes einschloss. Nachdem er zu dem Montreal Concordia Club in die Quebec AAA Midget League gewechselt kam, war der Schritt in die Quebece Major Junior Hockey League (QMJHL) die logische Folge. In 3 Jahren in Laval pulverisierte er alle Rekorde und erzielte 247 Tore und insgesamt 562 Punkte.


Bereits als Rookie beweisst
Lemieux seine Klasse.

Die Pittsburgh Penguins, zu dieser Zeit im unteren Drittel der Liga beheimatet, verloren absichtlich 15 ihrer letzten 18 Spiele um auf dem letzten Platz zu landen um als erstes im Draft 1984 ziehen zu dürfen. Trotz bester Angebote der anderen Teams für ihr Draftrecht, hielten die Penguins, denen damals der wegen rückläufiger Zuschauerzahlen der Verkauf drohte, an ihren zukünftigen Star fest, und wurden nicht enttäuscht.

Bereits bei seinem ersten Einsatz auf dem Eis erkämpfte er sich von einem Verteidiger den Puck, und schloss mit einem schönen Tor vorbei an Boston Bruins Goalie Pete Peeters, den Angriff ab. Auch weiterhin lief es für Lemieux gut, der seine Rookie Saison mit 43 Toren und 57 Vorbereitungen abschloss und dafür mit der Calder Trophy ausgezeichnet wurde. Allerdings waren die Pinguine noch nicht starke genug um in die Playoffs zu kommen, und so sollte es noch einige Jahre dauern, bis er seinen ersten Cup in die Höhe stemmen konnte.


In den ersten Jahren sammelt er
zwar Punkte am laufenden Band,
aber noch ist nichts geschafft.

Das alles hielt ihn aber nicht davon ab auch in den folgenden Jahren immer unter den Topscorern zu bleiben. Unvergessen bleibt die Saison 1988/89 als Lemieux 199 Punkte sammelte, das Spiel am 31.Dezember 1988 gegen New Jersey als er der einzige Spieler wurde, der 5 Tore in einem Spiel auf verschiedene Weise erzielte (Powerplay, Unterzahl, Gleiche Anzahl, Penalty Shot, Leeres Tor), oder das Spiel gegen die Philadelphia Flyers wo er von 5 Treffern 4 in einem Drittel schiesst - Er war endgültig in die Superstarriege zu Wayne Gretzky herraufgeklettert.


Nach 6 Jahren in Pittsburgh ist es
geschafft: Mario darf den Stanley
Cup stemmen.

1991 war es dann endlich soweit: Nachdem Mario in 23 Playoffspielen 44 Punkte erzielte, konnte er den Stanley Cup in die Höhe stemmen. Es war der grösste Erfolg in der Geschichte der Pittsburgh Penguins, der alleine nur noch durch den Cupgewinn im darauffolgenden Jahr 1992 getoppt wurde, wo Lemieux in 15 Spielen 34 Punke erreichte. In beiden Saisons erhielt er die Conn Smythe Trophy, und ist damit erst der 2. Spieler der in aufeinanderfolgenden Jahren geschafft hat.

Kurz darauf folgte aber dann der grosse Schock, als im Januar 1993 Lymphdrüsenkrebs bei ihm festgestellt wurde. Doch nach einer erheblichen Anzahl von Bestrahlungsbehandlungen sind sich die Ärzte sicher - Er hat den Krebs besiegt.

Mario steigt sofort in den nächsten Flieger nach Philadelphia, wo sein Team am Abend spielte. Lemieux lief zur Freude der Fans auf, und schoss in diesem sogar ein Tor. Beide Seiten der Fans jubelten als feststand: "Mario is back".

Die Saison 1994/95 musste Lemieux auf Grund anhaltender Rückenschmerzen komplett aussetzen und wurde in dieser Zeit zwei mal operiert. Doch wieder schaffte er ein glamouröses Comeback - wie nach jeder seiner vielen Verletzungen - und wurde mit 69 Toren und 161 Punkte wieder einmal bester Scorer der Liga.


Nach dem letzen Spiel gelten
seine Worte Eric Lindros

Sein vorerst letztes Jahr seiner beeindruckenden Karriere spielte Mario in der darauffolgenden Saison 1996/97 als er zum sechsten Mal die Liga mit 122 Punkten anführte. Nachdem er seinen Rücktritt angekündigt hatte, bekam er Glückwünsche und "Standing Ovations" von allen gegnerischen Spielern. In seinem letzten Spiel der Playoffs, als die Penguins gegen die Philadelphia Flyers die dritte Niederlage hinnehmen mussten, setzte er noch ein Highlight in der Civic Arena nachdem er den Pass von Verteidiger Ian Moran in seiner unnachahmlichen Weise mit einem Breakaway-Tor abschloss. Im letzten Spiel dieser Serie in Philadelphia konnte er nach einem Pass von Jaromir Jagr zwar noch ein Tor erzielen, doch es nützte nichts. Die Penguins schieden aus den Playoffs aus. Dieser Treffer war das erste Ende einer trotz von Verletzungen geplagten grossartigen Karriere, die wohl in dieser Form nie wieder vorkommen wird. Selbstverständlich wird seine Trikotnummer in Pittsburgh nie mehr vergeben, und auch der Einzug in die Hall of Fame in Toronto war nur eine Formsache.

Im Dezember 2000 dann ein Freudenschrei aller Eishockey Fans der Welt - Mario Lemieux, der inzwischen Besitzer der Pittsburgh Penguins ist, kehrt auf die Bühne der NHL zurück.

Und es kommt wie es immer war: Mario ist das erste Mal auf dem Eis, als er Jaromir Jagr mit einem Pass bedient und der die Führung für die Pens erzielt. Im weiteren Spielverlauf ist klar zu erkennen, das selbst nach 3 1/2 Jahren Pause dieser Spieler nicht zu stoppen ist, den Mario erzielt ein Tor und bereitet ein weiteres vor. Die Penguins gewinnen das Spiel mit 5:0 gegen die Toronto Meaple Leafs.

In den 43 letzten Spielen der Saison erziehlt Lemieux insgesamt 35 Toren und 76 Punkten und scheitert mit seinem Team in den Playoffs, wo er noch einmal 6 Tore und 17 Punkte erziehlt, erst nach 18 Spielen im Conference Finale an den New Jersey Devils.


Sein Traum erfüllt sich doch noch:
Olympisches Gold mit Kanada

Die Saison 2001/2002 verläuft leider nicht nach dem Geschmack der Penguins und Mario Lemieux. Nachdem er sich in einem Vorbereitungsspiel an der Hüfte verletzt hatte, konnte er nur 24 Spiele unter Schmerzen bestreiten, erreichte aber wieder 6 Tore und 31 Punkte. Sein einziger persönlicher Lichtblick ist jedoch der Gewinn der Goldmedallie bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City, wo er als Kapitän des Kanadischen Teams mit 2 Treffern gegen den besten Goalie der Welt, Dominik Hasek, beitragen kann.

Doch die Penguins, die ja den grössten Teil der Saison ohne ihren Kapitän spielten, verpassen erstmals seit Anfang der 90er Jahre die Playoffs, auch weil Mario's Schüler Jaromir Jagr vor dem Saisonbeginn nach Washington abgegeben werden musste.

Nach einer erneut enttäuschenden Saison verpassen die Penguins trotz eines grossteils gesunden Lemieux erneut die Playoffs und er überlegt laut erneut die Schlittschuhe an den Nagel zu hängen. Eine Entscheidung soll im Sommer fallen. Zur Zeit sieht es so aus als würde er noch ein weiteres Jahr spielen, die nächste Saison könnte jedoch die endgültig Letzte von "Le Magnifique" werden, der seinem Körper immer mehr Tribut zollen muss.




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