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Geschrieben von Henning   
Sonntag, 30. September 2007

Glory Days: #25 - Kevin Stevens


Auf dem Weg zum Tor
schwer aufzuhalten

Es war keine leichte Zeit in den letzte Monaten für Kevin Stevens, den 36-jährigen Flügelstürmer der Penguins. Nachdem es in der abgelaufenen Saison sportlich nicht gut lief, und Kevin immer weniger Eiszeit bekam, führten dann zusätzliche persönliche Probleme dazu, das er das Team im Januar 2002 auf unbestimmte Zeit verliess um mit sich selbst wieder klarzukommen.

Als er in der 1,92 Meter grosse und 105 kg schwere Stevens in der vergangenen Saison am 14. Januar 2001 für John Slaney zurück aus Philadelphia nach Pittsburgh war die Welt noch in Ordnung. An der Seite von Comebacker Mario Lemieux und Jaromir Jagr, mit denen er schon bei den beiden Stanley Cup Siegen 1991 und 1992 zusammen gespielt hatte, war er sich seiner Rolle sofort bewusst: Vor das Tor und mit seinem wuchtigen Körper Platz schaffen für die beiden Filigrantechniker in seiner Reihe.

Das er in den 31 Spielen für die Penguins nur 8 Treffer und 15 Assist erzielte, war dabei nebensächlich. Viel mehr wurden die gewaltigen Checks des Brockens aus Massachusettes (USA) gefürchtet. Ständig für Verkehr vor dem gegnerischen Gehäuse sorgen und dem Torwart die Sicht nehmen, das war was er konnte und tat.


Eine imposante Erscheinung:
192 cm und 105 kg

Das er auch Punkten kann, hat er in den beiden Cup-Jahren eindrucksvoll bewiesen, denn mit 40 Toren und 86 Punkten 1990/91 und 54 Treffern und 123 Punkten 1991/92 hatte er maßgeblichen Anteil am Abschneiden der Pinguine auf dem Weg zu Gipfel.

Als der am 15. April 1965 geborene Stevens 1983 erst in der 6. Runde als 108. von Los Angeles gedraftet wurde, war mit dieser Entwicklung noch nicht zu Rechnen. Schnell entschieden sich die Kings dafür seine Rechte schon am 9. September 1983 für Anders Hakansson nach Pittsburgh abzugeben, wo er aber auch bis zur Saison 1987/88 keinen Einsatz hat.

Doch auch in den ersten beiden Jahren kommt er nur auf wenige NHL Einsätze, wo er sein Können unter Beweis stellen kann. Der Durchbruch folgte jedoch in der 1989-90 Saison als er in 76 Saisonspielen 29 Tore und 41 Vorlagen für 70 Punkte erreicht.


Eine Torfabrik an der Seite
von Lemieux und Jagr

Auch in den beiden Folgejahren des doppelten Cupgewinns konnte er noch markante Werte setzen als er in der Saison 1992/93 mit 55 Toren und 111 Punkten dafür sorgte, das die Penguins 119 Punkten ihre beste Platzierung aller Zeiten in der Regulären Saison erreichten.

Doch nach seinem Trade am 2. August 1995, als er Pittsburgh zusammen mit Shawn McEachern für Glen Murray, Bryan Smolinski und einen 3. Runden Pick Richtung Boston verlassen musste, ging es fast nur noch abwärts.


Frauen-Liebling

Schnell stellte sich das Missverständnis mit Boston heraus, als er ohne die genialen Pässe eines Lemieux fast nur durchschnittlich spielte und er wurde nach Los Angeles weitergereicht. Aber auch dort konnte er nicht mehr richtig Fuss fassen, und wechselte nach 2 Jahren für Luc Robitaille zu den New York Rangers.

Hier lief es dann 2 Jahre wieder etwas besser, aber als er dann im Januar 2000 wegen Drogenmissbrauchs mit dem Gesetz in Konflikt kam, und seit her auch am Rehabilitationsprogramm der NHL teilnimmt, mochten die Rangers seinen Vertrag nicht verlängern und er unterschrieb als UFA bei den Flyers in Philadelphia.


Hard-worker vor dem
Kasten von Hasek

Nach nur 23 Saisonspielen, kam dann so etwas wie die Erlösung für Kevin. Mario Lemieux, sein alter Freund aus Pittsburgh wollte ihn, genau ihn, zurück in Steeltown haben. Und weil der immer gut gelaunte Stevens sich mit dem General Manager der Flyers gut verstand, bat er ihn um einen fairen Trade in Richtung Pittsburgh. Zur vollendung seines Glücks wurde im dieser gewährt, und seither darf er wieder in der Schwarz-Goldenen Uniform auflaufen.

Kevin Stevens ist verheiratet und hat 3 Kinder. In der Saison 2001/02 verdiente er 600.000 $. Noch ist nicht klar ob er je wieder auf die grosse Eishockeybühne zurückkehren wird. Seine familiären Probleme hat er in dem halben Jahr seiner Abwesenheit nach eigener Aussage gelöst, und er ist bereit für die Rückkehr in die NHL. Allerdings müssen Teambesitzer Mario Lemieux und General Manager Craig Patrick noch zustimmen, ob dem UFA überhaupt ein neuer Vertrag angeboten wird. Stevens selbst hat erklärt, das ein Engagement bei einem anderen Club als Pittsburgh für ihn nicht mehr ih Frage kommt. Sollte er kein Angebot mehr erhalten, und seine Karriere beenden, wäre es ein warlich trauriger Abgang für einen der Helden, die Pittsburgh zu dem gemacht haben, was es heute ist: Ein zweifacher Stanleycupchampion.

geschrieben 7/2002 by T.N.T.